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Review: Day Five - Communicate!
- Thomas Eder
- 13:21
Der letzte Festivaltag wurde um 11:30 Uhr mit einem Blick hinter die Kulissen des Elevate-Mediachannels eröffnet. BesucherInnen konnten sich über die verwendeten Technologien informieren und erleben, wie mit geringen Mitteln hochwertige Ergebnisse erzielt werden können.
Dass das Web 2.0 nicht nur neue Möglichkeiten sondern auch neue Gefahren mit sich bringt, thematisierten um 13:30 Uhr Hans G. Zeger und Gerald Bäck. Unter dem Schlagwort Datenkrake Web 2.0 wurde über automatisch gescannte und unverschlüsselte E-Mails informiert sowie über vermeintliche Gratis-Angebote wie Facebook, Google und Twitter, die mit persönlichen Daten hohe Gewinne erzielen, diskutiert.
Nach den drei Technologieschwerpunkten standen journalistische und zivilgesellschaftliche Aspekte im Vordergrund. Den Anfang machte um 15:30 Uhr die Podiumsdiskussion Alternative Media & Activism, in der Anjali Kamat (Democracy Now!) und Iara Lee (Cultures of Resistance) darüber sprachen, welche Formen der Berichterstattung und Aufklärungsarbeit an den Schnittstellen von Journalismus und Aktivismus möglich sind.
Danach versuchten Robert Misik, Mercedes Bunz, Daniela Kraus und Klaus Unterberger unter dem Thema Zivilgesellschaft und Medien zu klären, wie Organisationen und Initiativen Massenmedien nutzen können, ohne auf vereinfachte, sich ständig wiederholende Botschaften zu setzen. Eben das sei in der politischen Berichterstattung mittlerweile gang und gäbe.
Den Schlusspunkt des diesjährigen Diskursprogramms setzte die Live-Übertragung der Big Brother Awards aus Wien. Der Negativpreis wird jährlich in mehreren Ländern an Behörden, Unternehmen und Organisatoren vergeben, die die Privatsphäre von Personen beeinträchtigen oder Dritten persönliche Daten zugänglich gemacht haben.
Hier gibt es Interviews mit den Diskursgästen.
Um 20:30 Uhr wurde das Musikprogramm mit einer Kuriosität eingeleitet. Animal Collective und Visual Artist Danny Perez schufen mit Oddsac eine neue Synthese aus Film und Musik. Doch auch Noise-Pionier Merzbow bewegte sich fernab musikalischer Konventionen und füllte den Dom im Berg mit wabernden Lärmwolken.
Die Parkhouse-Afterhour ließ das Elevate Festival 2010 mit Armin Schmelz, Simon Riegler & Bernhard Tobola ausklingen. Bis 12:00 Uhr Mittag wurde gefeiert und die Nacht zum Tag gemacht.
Hier sind Fotos des letzten Festivaltages erhältlich.
Einen Bericht der Kleinen Zeitung und ein Video-Interview mit einem der Festival-Organisatoren gibt es hier.
Review: Day Three - Mobilize!
- Thomas Eder
- 13:31

- Iara Lee

- Clemens Apprich
Am dritten Tag des Elevate Festivals gingen BesucherInnen und Gäste schon am Vormittag in medias res. Unter dem Motto Get Active! versammelten sich VertreterInnen von knapp 20 Initiativen und Organisationen wie Attac, Global 2000 und Spektral im Forum Stadtpark, um über die Möglichkeiten zu informieren, persönlich aktiv zu werden. Viele BesucherInnen nutzten die Gelegenheit Kontakte zu knüpfen und mehr über die breite Palette lokaler Initiativen und NGOs zu erfahren.
Wie wichtig derartige Organisationen für unser alltägliches Leben sind, verdeutlichte der nächste Programmpunkt Für Umwelt und Gesundheit, der sich mit den Bewegungen gegen das Kohlekraftwerk in Voitsberg und die Murkraftwerke beschäftigte. Es geht dabei um die Gesundheit tausender Menschen und die Durchsetzung einer Klima- und Umweltpolitik, die auf erneuerbare Energiequellen setzt.
Um 15:00 Uhr wurde ein Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kreativer Protestformen geworfen. Klaus Schönberger und Ove Sutter sprachen über die wechselvolle Geschichte des sozialen Protests von 1848 bis heute. Im Anschluss referierte Clemens Apprich über die Möglichkeiten, die das Internet mit seinen sozialen Netzwerken für den Aktivismus von heute und morgen bietet. Danach folgte eine Diskussion mit dem Publikum. Hier sind die Gespräche als Audio-Download erhältlich.
In der Podiumsdiskussion Wege aus der Krise diskutierten ab 18:00 Uhr unter anderem Fritz Pichelmann und Michaela Moser über Modelle, mit denen die schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit überwunden werden kann, ohne einen massiven Sozialabbau und eine weitere Umverteilung zu Gunsten der Vermögenden zu bewirken. Einen Audio-Download der Diskussion gibt es hier.
Die Österreichpremiere des Dokumentarfilms Cultures of Resistance rundete das gestrige Diskursprogramm ab und zeigte, dass Kunst auch heutzutage noch eine Waffe des Friedens sein kann. Anschließend stand Regisseurin Iara Lee dem Publikum für Fragen zur Verfügung.
Ab 20:15 boten elffriede.interdisziplinäre.aufzeichnensysteme, Jörg Piringer, Lisa Spalt, Otto von Schirach u.a. eine Kombination aus Literatur und experimentellen Klängen.
DJ Dizzi & Dorian Pearce und Dub Coretette eröffneten um 22:00 Uhr das Musikprogramm, das im Dom im Berg und in der Uhrturm-Kasematte stattfand. Es folgten Aufrtitte von Robert Hood, Actress, Altered Natives uvm.
Hier gibt es Fotos zum dritten Festivaltag.
24/10: Elevate The Movements!
- Julia Melcher
- 19:56
Den Sonntag 24.10. widmet das Elevate Diskursprogramm Protestbewegungen, sozialen Bewegungen und anderen zivilgesellschaftlichen AkteurInnen, die in lokalen, aber auch im globalen Kontext Veränderung bewirken. Als erster Programmpunkt im Dom im Berg wird der Dokumentarfilm „Widerstand in Haiderland – Masse ohne Macht?“ gezeigt, der sich mit den Donnerstagsdemos nach der Angelobung der FPÖVP-Koalitionsregierung in Österreich im Jahr 2000 auseinandersetzt. Im Anschluss an das Screening beantwortet Regisseur Frederick Baker Fragen zum Film.
Die beiden darauf folgenden Podiumsdiskussionen thematisieren historische und aktuell wichtige Bewegungen und Initiativen. Im Rahmen beider Diskussionen soll vor allem diskutiert werden, was aus bereits gemachten Erfahrungen gelernt werden kann und wie es gelingen könnte, den dringend nötigen fundamentalen gesellschaftlichen Wandel kollektiv „von unten“ voranzutreiben.
„Zivilgesellschaft Österreich“: Von der ArbeiterInnenbewegung, der Frauenbewegung, der Friedensbewegung, der Anti-AKW-Bewegung, den Hainburg-GegnerInnen bis hin zu den Protesten gegen Schwarz/Blau, dem Lichtermeer in Wien, den Besetzungen der StudentInnen und Organisationen von MigrantInnen und gesellschaftlichen Minderheiten: Welche Rolle und welchen Einfluss haben zivilgesellschaftliche Initiativen und Bewegungen in Österreich?Zu Gast bei der ersten Podiumsdiskussion sind sind Béatrice Achaleke, Robert Foltin, Frederick Baker, Rahel Sophia Süß und Wolfgang Rehm.
„It´s all about the Movement“: Weltweit kämpfen unzählige lokale und globale Initiativen und Bewegungen für demokratischere, sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Verhältnisse. Ihnen gegenüber steht ein kapitalistisches und ausbeuterisches Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, in dem die Regierungen und internationalen Institutionen weiter dafür sorgen, dass Entdemokratisierung und Umverteilung nach oben fortgesetzt werden. So liegt es an den Menschen selbst, ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen. Die große offene Frage lautet: „Wie?“ Wie könnten sich so unterschiedliche AkteurInnen wie große NGOs, Basisinitiativen oder soziale Bewegungen mit ihren spezifischen Stärken und Schwächen effektiver koordinieren und ihre Zusammenarbeit vertiefen? Welche gemeinsamen Strategien könnten sie entwickeln? Diesen Fragen und der Suche nach möglichen Antworten stellen sich gemeinsam Anjali Kamat, Mike Bonanno, Iara Lee, Wenonah Hauter und Irmi Salzer.
Review: Day Two - Change!
- Thomas Eder
- 12:32

- Kathrin Hartmann
Der britische Dokumentarfilm In Transition eröffnete um 14:00 Uhr das gestrige Diskursprogramm Change! und zeigte Beispiele für das hierzulande noch kaum bekannte Transition Movement. Dabei handelt es sich um eine weltweite Bewegung, die auf lokaler Ebene tätig ist. Anstatt auf die große Politik zu warten, arbeiten die BewohnerInnen selbst daran, ihre Städte und Gemeinden nachhaltig umzugestalten. Ziel ist es, den Bedrohungen des Klimawandels und Peak Oils mit Kreativität und einer positiven Einstellung entgegenzutreten.
Der anschließende Workshop Transition Austria versuchte zu klären, inwiefern dieses Konzept auch in Österreich umsetzbar ist.
Um 16:00 Uhr wurde das Thema weiter vertieft. Rob Hopkins sprach via Videostream über den dringend nötigen Energiewandel, der von unten kommen muss, und gab Beispiele für den Erfolg dieser Bewegung: Heute gibt es weltweit bereits über 250 Transition Towns. Das Gespräch gibt es hier als Audio-Download.
Danach warf die Podiumsdiskussion Gutes Essen für alle? die Frage auf, ob ein richtiges Einkaufen in einem falschen Weltwirtschaftssystem überhaupt möglich sei. Die Mehrzahl der Unternehmen betont zwar ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt, nutzt dieses Image aber bloß dazu, Öko-Lifestyle-Produkte zu verkaufen, die eben dieser Umwelt schaden. Zu den DiskutantInnen zählten unter anderem Kathrin Hartmann, Irmi Salzer und Franziskus Forster. Die Diskussion ist hier als Audio-Download erhältlich.
Im Gegensatz zu dieser von Großkonzernen geschaffenen Illusion lieferte der abschließende Dokumentarfilm Die 4. Revolution – Energy Autonomy Lösungsansätze, die tatsächlich zu einem nachhaltigen, positiven Wandel führen können.
Um 20:00 Uhr feierte das neue Format Elevate Music Talks seine Premiere. Christoph De Babalon, Pursuit Grooves und Oneohtrix Point Never diskutierten mit den BesucherInnen über ihre individuellen Zugänge zur Musikproduktion und Rezeption.
Zur selben Zeit begann das Musik- und Literaturprogramm mit Oswald Egger, Christof Dienz, Mount Kimbie, Claro Intelecto, Joy Orbison uvm.
Photos zum zweiten Festival-Tag gibt es hier.
Ein Video-Roundup der Elevate-Eröffnung steht ebenfalls zur Verfügung.
Hier berichtete die Kleine Zeitung über den zweiten Tag des Elevate Festivals.
25/10: COMMUNICATE!
- Julia Melcher
- 10:51
Elevate Civil Society!
Wie demokratisch ist unsere Mediengesellschaft noch? Welchen Einfluss haben wirtschaftlicher Druck, Quoten oder Besitzverhältnisse auf die Pressefreiheit? COMMUNICATE! widmet sich am Montag 25.10. den unabhängigen Medien und deren Kommunikationskanälen, die dem Austausch von Wissen, Information und politisch unabhängiger Berichterstattung abseits der kommerzialisierten und politisch instrumentalisierten Medien dienen. In einer modernen demokratischen Öffentlichkeit findet die politische Auseinandersetzung vorrangig über die Medien statt. Auch die Printmedien und der öffentlich-rechtliche Rundfunk nehmen eine wichtige Funktion bei der Vermittlung von Information ein. Wie demokratisch ist unsere Mediengesellschaft? Dieser Frage soll unter technologischen wie auch journalistischen Aspekten am letzten Diskurstag auf den Grund gegangen werden.
Den Anfang machen ein "Mediachannel: Behind The Scenes"-Einblick in die Arbeit des Elevate Medienprojektes, sowie die Präsentation des Social Payment Systems Flattr.
Eine Diskussion mit Experten zum Thema „Datenkrake Web 2.0“ beschäftiget sich mit Datenklau im Internet, ab 13:30 Uhr im Forum Stadtpark. Egal ob Facebook, Google, Twitter, Yahoo oder andere Dienstleister: Vermeintliche Gratis-Angebote verleiten viele Menschen dazu, enorm sensible Daten an Großkonzerne zu übermitteln, mit denen diese sehr hohe Gewinne durch Werbung und die Weitergabe dieser Daten erwirtschaften. Die beiden Experten Hans Zeger und Gerald Bäck stehen vor allem auch für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Rege Beteiligung erwünscht!
„Alternative Media and Activism“: Die tägliche US-Nachrichtensendung „Democracy Now!“ ist ein außergewöhnliches Beispiel für unabhängigen Journalismus. Sie zeigt Perspektiven auf, die in Mainstream-Medien kaum beleuchtet werden. Ein weiteres Beispiel für mutige Medienarbeit sind Iara Lees Initiative und der gleichnamige Dokumentarfilm „Cultures of Resistance“ (Sa. 23.10. ab 20:30 Uhr im Forum Stadtpark). Iara Lee reist nicht nur ständig mit der Kamera in die gefährlichsten Krisengebiete der Welt, sondern begibt sich auch als Aktivistin mitten ins Geschehen. Die Regisseurin und Anjali Kamat von Democracy Now! werden bei der Diskussion zu Gast sein und über ihre Erfahrungen und Arbeitsbedingungen sprechen.
Danach beleuchtet die Podiumsdiskussion „Zivilgesellschaft und Medien“ gemeinsam mit MedienvertreterInnen, ExpertInnen und JournalistInnen kritisch die verschiedenen Aspekte moderner Medienarbeit. Robert Misik, Mercedes Bunz, Gerald Bäck, Daniela Kraus und Klaus Unterberger diskutieren zu demokratischen Möglichkeiten der Informations-Aufbereitung in unabhängigen Medien und alternative Formen der sozialen Vernetzung.
Danach wird im Form Stadtpark die Verleihung der Big Brother Awards Austria 2010 übertragen. Die Big Brother Awards (BBA) sind Negativpreise, die jährlich in mehreren Ländern an Behörden, Unternehmen, Organisationen und Personen vergeben werden, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Personen beeinträchtigen oder Dritten persönliche Daten zugänglich gemacht haben oder machen. Elevate als Projektpartner der BBBA 2010 sorgt für die technische Umsetzung des Livestreams.















